Die Stadt Herbstein liegt auf einem Basaltkegel eingebettet in die wunderschöne Landschaft des Vogelsberges

Die Stadt Herbstein

Auch in der Stadt gibt es viel zu sehen

Das Rathaus und die evangelische Kirche
Das Fastnachts- und Stattmuseum mit Aufgang zur Stadtmauer
Die katholische Kirche
Der "Eulenturm" mit begehbarer Stadtmauer

SAGE:

Wie Herbstein zu seinem Namen kam

Der Burgherr der hiesigen Burg hatte eine wunderschöne Tochter. Da die Tochter nun im heiratsfähigen Alter war und sie so bezaubernd aussah, sollte sie einen würdigen Bräutigam bekommen. Der Burgherr sandte Boten aus, damit im ganzen Land bekannt gemacht werde, dass ein Turnier stattfinden solle. Der Ritter, der sich bei diesem Turnier als der mutigste, tapferste und stärkste herausstellen würde, bekäme die Tochter zur Frau.

Der erste Wettkampf des Turnieres wurde mit Lanzen ausgefochten. An einem Hain vor dem Oberwald wurde dieser ausgetragen. Es gab harte Kämpfe und es floss viel Blut, aber zum Schluss blieben zwei junge Ritter übrig, die gleich stark waren. Beim Kampf mit den Lanzen ließ sich keine Entscheidung finden.

Der Burgherr führte die beiden in ein Tal, das von einem Bach durchflossen wurde. Von dort konnte man die Burg gut sehen. Er zeigte den Rittern einen großen schweren Stein und versprach: „Wer diesen Stein bis in meine Burg trägt, der soll meine Tochter zur Frau haben“. Der erste hob den Stein auf, im gleichen Augenblick fiel er zu Boden, Blut rann ihm aus Mund und Nase und er starb.

Der letzte der jungen Ritter wollte nun beweisen, dass er die gestellte Aufgabe erfüllen könnte. Er nahm den Stein in seine Arme und lief beherzt los. Mit jedem Schritt jedoch wurde der Stein schwerer. Seine Schritte wurden immer kleiner, als er den steilen Berg hinauf zur Burg ging. Ab und zu musste er stehen bleiben, weil die Last zu groß war. Mit allerletzter Kraft erreichte er das Burgtor. Er brach zusammen und hauchte mit den Worten: „O du herber Stein“ sein Leben aus.

Die Tochter brach in Tränen aus, denn ihn hatte sie sich insgeheim schon als ihren Bräutigam ausgewählt. Sie gelobte, nie zu heiraten und ging in ein Kloster. Der Burgherr aber gründete dort an dem Hain, wo so viele Ritter im Kampf mit den Lanzen ihr Leben lassen mussten, das Dorf Lanzenhain. In dem Tal, in welchem der junge Ritter unter der Last des Steines zusammenbrach, gründete er Rixfeld, und vor seinem Burgtor, wo der Auserkorene seiner Tochter starb, steht heute, benannt nach dessen letzten Worten, das kleine Städtchen Herbstein.