Die Herbsteiner Tracht

Der Hochzeitszug beim Trachtenfest 2015 in Schlitz 

 

Bis in die achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts gehörten ältere Frauen in Tracht noch selbstverständlich zum Ortsbild unseres Heimatstädtchens Herbstein. Besonders Sonntags beim Kirchgang oder bei Prozessionen an Hochfesten waren die Trachtenträgerinnen ein prachtvoller Blickfang.

 

Leider ist die Tracht aus dem Herbsteiner Ortsbild verschwunden. Die letzte Trachtenträgerin, Maria Kunigunde Staubach, verstarb 1998. Sie wurde nach eigenen Angaben in frühester Kindheit, wie die meisten Mädchen in ihrem Alter, in Tracht eingekleidet.

Viele Mädchen gingen in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg in die Wetterau oder in den Frankfurter Raum als Haushaltshilfen oder Kindermädchen um sich etwas Geld zu verdienen; sie waren, wie man es damals nannte „in Stellung“. Das war für viele der Grund die Tracht abzulegen und sich mit Konfektionskleidung auszustatten. Man empfand die Tracht auch als altmodisch, rückständig und unpraktisch, deshalb legten ebenfalls einige junge Frauen die „kurzen Kleider“, wie man die Tracht nannte ab und kleideten sich um. Erfreulicherweise gab es aber auch Frauen, die auf ihre regionale Kleidungsform stolz waren und sie beibehielten. Dank dieser Frauen hat sich die Herbsteiner Tracht, wenn auch nur in ihrer Altersform, bis in das Zwanzigste Jahrhundert erhalten. 

 

Der Hochzeitszug in 1963 

Kommunionkind mit Kerzenträgerin

Trachtenträgerinnen auf der Rathaustreppe 1939

Die beiden Frauen in der Mitte tragen gestrickte Halstücher

Gestricktes Halstuch mit gehäkeltem Blumenmuster

Gestricktes Halstuch mit gesticktem Blumenmuster